NDO-Policy Brief für eine zeitgemäße Förderpolitik

Noch immer werden im Einwanderungsland Deutschland die Perspektiven und Expertisen von Migrant*innen und Postmigrant*innen kaum gehört. Grund dafür ist die weitgehend ehrenamtliche und mittellose Struktur, in der die Vereine und Initiativen arbeiten, die sich für Chancengerechtigkeit und gegen Rassismus engagieren. Wenn sie Finanzierung erhalten, dann in der Regel für Projektarbeit, die ihre Kapazitäten komplett auslastet. Ihre Medienarbeit, politischen Kampagnen oder ihr Mitwirken an politischen Gremien usw. findet in der Regel ehrenamtlich und ohne professionelle Mittel statt. Aus diesem Grund setzen sich die Neuen Deutschen Organisationen (NDO) für mehr Mitsprache und Teilhabe ein und fordern eine neue Förderpolitik.

Die NDO fordern in ihrem Policy Brief, dass künftig Mindeststandards für die notwendige Infrastruktur gesichert werden, damit Migrantenselbstorganisationen und NEUE DEUTSCHE ORGANISATIONEN sich mittel- und langfristig unabhängige Finanzierungsmöglichkeiten schaffen können.

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"Yalla, wir wählen Demokratie!"

NDO-Podiumsdiskussion am 9. September 2017 in Berlin

Vor der Bundestagswahl wollen wir Vertreter*innen der Parteien fragen, wie sie gewährleisten wollen, dass das elementare demokratische Recht auf Partizipation und die Vertretung von Marginalisierten gewährleistet wird.

Demokratie braucht die Beteiligung aller Menschen. Sie braucht engagierte Akteure, die im Rahmen menschenrechtlicher Grundsätze irritieren und bei Bedarf auch kreativ verstören. Wenn am 24. September die Bürger*innen in Deutschland wählen, tun sie das nach einem Wahlkampf, in dem schon wieder die Alltagsprobleme vieler Menschen in Deutschland kaum thematisiert worden sind. Das möchten wir ändern und diskutieren, wie das geht.

Termin: 09. September 2017, 16 – 20 Uhr
Ort: ver.di Bundesverwaltung, Paula-Thiede-Ufer 10, 10179 Berlin

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Zur Rede von Geschäftsleiterin Gün Tank


Wir suchen Kolleg*innen für die NDO-Geschäftsstelle

Die Neuen Deutschen Organisationen (NDO) gründen im Mai 2017 eine Geschäftsstelle in Berlin. Mit Kongressen, Workshops, Hintergrundgesprächen sowie aktiver Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wollen wir die Themen der postmigrantischen Gesellschaft hervorheben. Für unsere Arbeit suchen wir personelle Unterstützung! Die Stellenprofile:

 Bewerbungsfrist ist der 5. Mai 2017.


Die NDO unterzeichenen den Offenen Brief gegen das Integrationsgesetz

Offener Brief

Das „Integrationsgesetz“ ist ein Rückschritt in die 80er Jahre

Warum wir einen „Integrationsvertrag für Alle“ als neuen Gesellschaftsvertrag brauchen und kein Gesetz, das uns in die Spaltungen der Vergangenheit zurückführt – auch wenn diese so schön übersichtlich waren.

Das Integrationsgesetz, das die Bundesregierung vorschlägt, ist ein Rückschritt in die 1980er Jahre. Damals prägten Misstrauen und Einschränkungen das Reden über Einwanderung. Die Gesellschaft wurde in Migranten und Deutsche unterteilt, und Integration galt als ein einseitiger Prozess, der von Einwanderern und ihren Nachkommen erbracht werden musste, wobei die Nachweishürden stetig erhöht wurden.

Wir dachten, wir seien inzwischen gereift an der Erkenntnis, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, in dem demokratische Grundrechte auf Basis des Grundgesetzes für alle gelten – gleich welcher Herkunft, Religion oder Kultur. Diese Vielfalt, die sich auf Basis des Grundgesetzes zu einer Einheit formieren kann, ist politisch nicht eindeutig als Leitbild kommuniziert und in die Gesellschaft hineingetragen worden. Rechtspopulistische Parteien haben daher die Vielheit zu einer Bedrohungskulisse aufbauen können und versprechen eine Reduktion der Unübersichtlichkeit, die zwar emotional verfängt, aber real nur durchsetzbar wäre, wenn es massive Einschnitte in das Grundgesetz und die demokratische Verfasstheit dieses Landes geben würde. Die zunehmenden Positionsgewinne rechtspopulistischer Parteien sind bedrohlich für unsere Demokratie. Es gilt daher eine konstruktive Antwort auf die Frage zu formulieren: „Wie wollen wir zusammenleben?“

Der Entwurf eines Integrationsgesetzes, der nun vorgelegt wurde, ist kein Lernfortschritt. Er ist getragen von Misstrauen und vorauseilenden Vorverurteilungen. Das geplante Gesetz bringt Verbesserung für eine möglichst schnelle Eingliederung von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt. Das ist positiv. Es enthält aber auch viele neuerliche Verschärfungen: Gefordert werden zusätzliche Leistungskürzungen, Sanktionsdrohungen oder die europarechtlich fragwürdige Wohnsitzzuweisung. Es ist deshalb absurd, dieses Gesetz als historische Errungenschaft zu bewerten. Der Unterstellung von der mangelnden Integrationsbereitschaft der Geflüchteten steht die Tatsache entgegen, dass die Nachfrage nach Integrationskursen höher ist als das Angebot, dass die Kriminalitätsdaten nicht höher sind als die der Allgemeinbevölkerung, dass die Vorstellung von einem guten Leben uns alle gleichermaßen antreibt.

Ein gemeinsamer Integrationsvertrag sollte stattdessen das Zusammenleben in der bereits bestehenden kulturell vielfältigen Einwanderungsgesellschaft gemeinschaftlich regeln und dabei zentrale Desintegrationsmechanismen wie mangelnde Arbeit, mangelnden Wohnraum, mangelnde Perspektiven und vor allen Dingen die immer weiter aufgehende Schere zwischen Arm und Reich als strukturelle Integrationshemmnisse in den Fokus nehmen - anstatt immer wieder fadenscheinige kulturelle Gründe nach vorne zu schieben. Es sollte zeigen, dass nicht nur Neuzuwanderer, sondern auch die Alteingesessenen - also wir alle – aber vor allem das politische System, Institutionen, Verwaltungseinheiten und Kommunen dazu beitragen müssen, Chancengleichheit, Aufstiegsmöglichkeiten und eine interkulturelle Öffnung verkrusteter Strukturen zu fördern. Es gibt bereits drei Bundesländer in Deutschland, die diesen Weg eingeschlagen haben: Baden-Württemberg, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Warum kann sich die Bundesregierung nicht hieran orientieren?

Das wäre die richtige Antwort auf die Rechtspopulisten und ein substantieller Schritt hin zu einem echten Einwanderungsgesetz. Für dieses Einwanderungsgesetz, das von einem gemeinsamen Integrationsvertrag flankiert werden muss, brauchen wir endlich ein Bundesministerium für Migration und Integration, das die zentrale Zuständigkeit für die Migrations- und Integrationspolitik in Deutschland übernimmt. Solange das Bundesinnenministerium mit seiner Orientierung an Sicherheitspolitik und Gefahrenabwehr das führende Ressort für diese Themen bleibt, werden wir nie den institutionellen Aufbruch in die Einwanderungsgesellschaft schaffen.

Deutschland hat sich seine Position als moderne und erfolgreiche Nation weltweit auch auf der Basis seines neuen Selbstbildes einer kulturell, ethnisch und religiös vielfältigen und zunehmend selbstbewussten  Einwanderungsgesellschaft geschaffen. Wenn der Bundesinnenminister nun fordert, „dass alle, die hier leben wollen, die deutsche Kultur kennen und unsere Grundwerte akzeptieren“, dann ist das legitim. Aber diese Forderung muss selbstverständlich auch an jene Teile der deutschen Gesellschaft gerichtet werden, die unsere Grundwerte täglich in Frage stellen, wenn sie Hass gegenüber  Minderheiten in die Öffentlichkeit tragen oder die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit missachten. Die Normen unserer Demokratie werden vor allem dadurch gebrochen, dass in Deutschland im Schnitt jeden Tag drei Flüchtlingsunterkünfte angegriffen werden, und unsere Werte werden in Frage gestellt mit jedem Flüchtling, der im Mittelmeer ertrinkt. Dieses Unbehagen von sich zu weisen und mit dem Finger auf Flüchtlinge zu zeigen, die es angeblich zu disziplinieren gilt, ist das, was das geplante Integrationsgesetz tut.

Für einen gemeinsamen Integrationsvertrag brauchen wir eine Rückbesinnung auf zentrale Ideen des Grundgesetzes: Würde, Gleichheit und Solidarität sollten als Zielmarken eines solchen Vertrags formuliert werden und eine gesellschaftliche Debatte über ein Staatsziel „Vielfalt, gleichberechtigte Teilhabe und Integration“ angestoßen werden.

Der vorliegende Gesetzesentwurf sollte verhindert oder verbessert werden. Das geht nicht innerhalb weniger Tage oder Wochen. Das braucht Zeit und eine echte Beteiligung von Wissenschaft, Bürgergesellschaft, Migrantenselbstorganisationen und Verbänden. Die Alternative wäre, stattdessen gleich das tatsächlich fehlende große „Gesetz über Einwanderung, kulturelle Vielfalt und Integration durch Teilhabe“ zu wagen.

Noch ist es nicht zu spät. Wir brauchen ein Gesetz, das von der Zukunft her denkt!

Die Initiatoren stellvertretend für die Erstunterzeichner:
Georg Diez, Journalist und Autor, Berlin
Farhad Dilmaghani, Vorsitzender DeutschPlus e.V., Berlin
Prof. Dr. Naika Foroutan, Sozialwissenschaftlerin, Berlin
Prof. Dr. Werner Schiffauer, Vorsitzender Rat für Migration, Frankfurt an der Oder

Dieser offene Brief wird unterstützt vom „Rat für Migration“ sowie „DeutschPlus – Initiative für eine plurale Republik e.V“ und „Neue deutsche Medienmacher e.V.“ als Träger der „Neuen deutsche Organisationen“.

Einladung zur Pressekonferenz

Neue Deutsche Organisationen: "Keine Debatten über Migration und Asyl ohne uns"

Wann: 26. Februar 2016, 13 Uhr
Wo: Kalkscheune, Johannisstraße 2, 10117 Berlin

„Deutschland, wir müssen reden!“: Unter diesem Motto treffen sich am 26. und 27. Februar
rund 100 Organisationen aus ganz Deutschland, die von Menschen aus Einwandererfamilien
gegründet wurden. Die Mitglieder dieser „Neuen Deutschen Organisationen“ haben eine
klare Botschaft: „Wir gehören dazu und wollen mitreden.“ Denn in den aktuellen Debatten
über Flüchtlinge und Asylpolitik wird deutlich, dass Politik, Medien und viele andere noch von
einer homogenen, ethnisch-deutschen Gruppe ausgehen, wenn sie von
„Aufnahmegesellschaft“ reden. Auch wenn von den „Ängsten der Bürger“ die Rede ist,
scheinen Migranten und ihre Nachkommen nicht als Bürger wahrgenommen zu werden.
Dagegen wollen sich die NDO positionieren.

Die Pressekonferenz findet unmittelbar vor dem Bundeskongress der Neuen Deutschen
Organisationen statt. Als Vertreterinnen und Vertreter werden sprechen:

• Sheila Mysorekar, Neue deutsche Medienmacher e.V.
• Joshua Kwesi Aikins, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V.
• Nari Reinke, Deutscher Soldat e. V.
• Kübra Gümüşay, Initiatorin von #schauhin und #ausnahmslos

Als Unterstützerin des Bundeskongresses spricht auf der Pressekonferenz außerdem:

• Staatsministerin Aydan Özoğuz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration,
Flüchtlinge und Integration

Zu den „Neuen Deutschen Organisationen“: Deutschlandweit haben sich in den
vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen von Menschen gegründet, die sich nicht mehr als
Migranten bezeichnen wollen. Stattdessen nennen sie ihre Vereine „Buntesrepublik“,
„Schülerpaten“, „Deutschplus“ usw. Ihre Botschaft: Deutschsein ist heute mehr, als deutsche
Vorfahren zu besitzen.

Der 2. Bundeskongress wird unterstützt von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und der
Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Die bundesweite
Initiative der Neuen Deutschen Organisationen wird gefördert von der Stiftung Mercator.


Anmeldungen bitte unter: infoneue-deutsche-organisationen.de 

NDO beim Bundesparteitag der SPD

'Land der Vielfalt. Was hält uns zusammen? Werte, Kultur oder Symbole?'

Im Rahmen des Bundesparteitages findet ein Bühnenprogramm am Rande des Plenums mit einer hochspannenden Diskussion unter dem Titel "Land der Vielfalt. Was hält uns zusammen? Werte, Kultur oder Symbole?" statt.

Als Gäste haben zugesagt:
Breschkai Ferhad von den Neue Deutsche Organisationen
und Rainer Schmeltzer, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Wir hoffen, Euch auf dem Bundesparteitag begrüßen zu dürfen!

 

Datum: 11.12.15
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort: CityCube Berlin; Stresemannstraße 48

Pressemitteilung zu "NRW im Gespräch mit den NDO"

Beim neuen "Wir" in der Einwanderungsgesellschaft geht es um Haltung, nicht Herkunft

Neue Deutsche Organisationen im Gespräch mit NRW


Berlin, 17. November 2015
. Wir leben in Zeiten permanenten Wandels. Die Welt rückt näher. Die Globalisierung hat auch Deutschland verändert – es ist eine Einwanderungsgesellschaft geworden. Das Miteinander von Menschen verschiedener Herkünfte, Kulturen und Religionen schafft Konflikte, aber noch mehr Potenziale. Vor allem stellt sich die Frage nach einem neuen „Wir“, das alle Menschen einschließt. Die Kinder früherer „Gastarbeiter“ und „Ausländer“, die meist in Deutschland geboren sind, sehen und fühlen sich nicht mehr als Migranten.
Angesichts der aktuellen politischen Situation in Deutschland und auch aufgrund der jüngsten menschenverachtenden Anschläge in Paris, Beirut und Ankara ist es dringend notwendig, in einen längst überfälligen Dialog über das „neue deutsche Wir“ zu treten. Den Auftakt dazu in Form einer Tagung gaben am 16. November 2015 in der Berliner Landesvertretung von Nordrhein-Westfalen die Neuen Deutschen Organisationen (NDO) gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stiftung Mercator.

Neue deutsche Identitäten – wer wir sind und wer ist „wir“? Neue deutsche Positionen – wie wollen wir wahrgenommen werden? Neue deutsche Bildungspolitik – was heißt das konkret? Diese Fragen wurden in drei Foren erörtert, die Ergebnisse anschließend präsentiert und mit Sylvia Löhrmann, der stellvertretenden Ministerpräsidentin und Ministerin für Schule und Weiterbildung Nordrhein-Westfalens, diskutiert.

Breschkai Ferhad, Leiterin der Koordinierungsstelle der Neuen Deutschen Organisationen, betonte: „Unsere Veranstaltung mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Stiftung Mercator war in mehrfacher Hinsicht erfolgreich: 1. Sie war ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg, die Neuen Deutschen Organisationen in sich stärker zu vernetzen, den Austausch zu verstetigen und zugleich nach außen als kompetenten Ansprechpartner zu präsentieren. 2. „Neudeutsch“ definiert sich unserem Verständnis nach nicht nach der Herkunft, sondern ist eine Frage der Haltung. Wir bekräftigen darum die Aussage ,Es gibt ein neues deutsches Wir, das ist die Einheit der Verschiedenenʻ von Bundespräsident Joachim Gauck anlässlich des 65. Jahrestages des Grundgesetzes.“

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann: „Begriffe wie ‚Migrantenorganisationen‘ oder ‚Ausländervereine‘ halten mit der gesellschaftlichen Realität in unserer Einwanderungsgesellschaft nicht mehr Schritt und entsprechen auch nicht dem Selbstverständnis der Menschen. Ich wünsche mir, dass wir in Zukunft nicht mehr zwischen ‚fremder‘ und ‚eigener‘ Kultur unterscheiden, sondern eine offene Gesellschaft gestalten, in der Vielfalt selbstverständlich ist. Die Neuen Deutschen Organisationen tragen zur Definition einer gemeinsamen Identität bei. Wir als gesamte Gesellschaft sind gefragt, ein neues, alle verbindendes ‚Wir‘ mit Leben zu füllen.“

„Die polarisierenden Debatten um Zuwanderung der letzten Monate zeigen uns einmal mehr, wie wichtig es ist, dass die Gesellschaft von allen hier lebenden Menschen aktiv mitgestaltet werden kann,“ erklärte Winfried Kneip, Geschäftsführer der Stiftung Mercator. „Die Stiftung Mercator setzt sich dafür ein, dass alle Menschen in Deutschland die gleiche Chance haben, an zentralen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilzuhaben. Die Neuen Deutschen Organisationen tragen hierzu maßgeblich bei, indem sie mit ihren Sichtweisen, Ideen und Engagement zeigen, wie im Deutschland von heute und morgen Vielfalt aussehen und Zusammenhalt und Teilhabe gestaltet werden kann.“

Auf der Tagung in Berlin wurden Kontakte zwischen den Neuen Deutschen Organisationen und nordrhein-westfälischen Akteuren aus Bildungspolitik, Kommunalen Integrationszentren und weiteren Netzwerken initiiert, um die Zusammenarbeit in Zukunft zu intensivieren. Für 2016 ist gemeinsam mit der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunaler Integrationszentren ein Vernetzungstreffen in Nordrhein-Westfalen geplant.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. E-Mail: infoneue-deutsche-organisationen.de

>> Download: Pressemitteilung NRW im Gespräch mit NDO´s

NRW im Gespräch mit Neuen Deutschen Organisationen

16. November 2015 in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen, Hiroshimastraße 12-16, 10785 Berlin

Deutschlandweit haben sich in den vergangenen Jahren Initiativen von Menschen gegründet, die sich nicht mehr als Migranten bezeichnen lassen wollen. Sie heißen Neue deutsche Medienmacher, „Buntesrepublik“, Deutscher Soldat e. V., Zahnräder, JUMA  usw. Die Botschaft: Wir gehören dazu und wollen mitreden. Denn Deutschsein ist heute mehr, als deutsche Vorfahren zu besitzen.

Gerade angesichts der derzeitigen politischen Lage lohnt es das Motto „Deutschland – neu denken“ des 1. Bundeskongresses der Neuen Deutschen Organisationen (NDO) aufzunehmen. Als erstes Bundesland führt Nordrhein-Westfalen einen Dialog mit den NDO, die Veranstaltung ist der Auftakt zu einer intensiven Zusammenarbeit. NRW dokumentiert diese Absicht auch auf Bundesebene durch Beteiligung der Migrationsreferent*innen der KMK und der Integrationsministerkonferenz. Im Frühjahr 2016 folgt eine weitere Veranstaltung mit Neuen Deutschen Organisationen in NRW.   

>> Download: Programm des NRW-Gesprächs

Pressemitteilung vom 3. Dezember 2016 : „Wer die Vielfalt in Deutschland hinterfragt, ist realitätsblind“

Nachkommen von Einwanderern treffen sich erstmals in Hannover unter dem Dach der „Neuen Deutschen Organisationen“ (NDO). Sie wollen 2017 eine Gegenstimme zu Rechtspopulisten b

Das kommende Jahr wird eine Bewährungsprobe für die deutsche Demokratie: Erstmals seit der Wiedervereinigung könnte mit der AfD eine rechtspopulistische Partei in den Bundestag einziehen. 2016 hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Ressentiments gegen Einwanderer und Geflüchtete ernst zu nehmen. „Wir haben die Neuen Deutschen Organisationen ins Leben gerufen, um mitzumischen“, sagt Ferda Ataman, Initiatorin der Neuen Deutschen Organisationen (NDO) anlässlich des ersten Kongresses in Niedersachen am 2. Dezember. „Die NDO bieten Journalisten künftig einen Pool an möglichen Ansprechpartnern und Podiumsgästen, damit es nicht wieder rein bio-deutsch besetzte Talkshows gibt, wenn rechtspopulistische Themen diskutiert werden. Wir arbeiten daran, das größte bundesweite Kompetenz-Netzwerk von People of Color zu werden.“

„Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Einwanderungsland, das von Vielfalt geprägt ist,“ sagt Van Bo Le-Mentzel von DeutschPlus – Initiative für eine plurale Republik. „Wir fordern, dass das explizit im Grundgesetz verankert wird, um die gleichberechtigte Teilhabe, Chancengerechtigkeit und Integration aller Menschen zu fördern.“

„Ich bin hier als Vorsitzende des Vereins Deutscher.Soldat“, erklärt Nariman Reinke, „denn das bin ich: deutsch und Soldat. Ich war als deutsche Muslima in Afghanistan und habe die Bundesrepublik am Hindukusch verteidigt.“ Reinke verweist auf die Bevölkerungsstatistik: „Jedes dritte Kind hat einen Migrationshintergrund. Mit anderen Worten: jedes dritte Kind in Deutschland zählt zu uns neuen Deutschen. Wer glaubt, ein Drittel der zukünftigen Steuer- und Rentenzahler des Landes verweisen zu können, ist realitätsblind.“


Statement Aydan Özoğuz, Beauftragte der Bundesregierung für
Migration, Flüchtlinge und Integration:

„Die Neuen Deutschen Organisationen stehen für ein Deutschland mit gleichen Chancen für alle. Ob jemand eine familiäre Einwanderungsgeschichte hat oder nicht darf kein ausgrenzendes Merkmal sein. Die Neuen Deutschen sind selbstverständlicher Teil dieses Landes und gestalten die Gesellschaft aktiv mit. Sie setzen auch ein deutliches Zeichen gegen jede Form der Ausgrenzung, der Hetze und des Extremismus.“



Statement Doris Schröder Köpf, Niedersächsiche Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe:

„Jede Gesellschaft kann nur lebendig bleiben, wenn sie sich verändert und in der Lage ist, diese Veränderungen auch als bereichernde Realität anzunehmen. Zur Realität 2016 gehört auch, dass Deutschland ein von Vielfalt geprägtes Einwanderungsland ist, in dem jede fünfte Person ausländische Wurzeln besitzt. Umso wichtiger und zeitgemäßer erscheint mir der gesellschaftliche Dialog über die Identität unserer Nation, wer wir sind und wer wir in Zukunft sein wollen. Die Neuen Deutschen Organisationen sind ein leuchtendes Sinnbild unserer pluralen Einwanderungsgesellschaft und zugleich ein wichtiger Partner im Dialog über ein neues deutsches Leitbild im Zeichen von Vielfalt und Diversität.“



Pressekontakt:
Ferda Ataman: ataman@neue-deutsche-organisationen.de / 030 219 17421


Zu den „Neuen Deutschen Organisationen“: Deutschlandweit haben sich in den vergangenen Jahren Initiativen von Menschen aus Einwandererfamilien gegründet, die sich nicht mehr als Migranten- und Ausländervereine bezeichnen. Stattdessen heißen sie „Neue deutsche Medienmacher“, „Deutschplus“, Schülerpaten usw. Ihre Bot­schaft: Deutschsein ist heute mehr, als deutsche Vorfahren zu besitzen. Seit 2015 treffen sie sich bundesweit unter dem Dach der „Neuen Deutschen Organisationen“.

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Der Regionalkongress wird unterstützt von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, der Niedersächsischen Staatskanzlei und der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung.

Die Neuen Deutschen Organisationen (NDO) gehen in die Länder!

In den kommenden Monaten werden wir in unterschiedlichen Regionen Deutschlands Konferenzen organisieren, damit ihr euch kennenlernt, Gemeinsamkeiten findet und vernetzt.

Folgende Termine und Bundesländer stehen bisher schon fest:

  • Am 07. Oktober 2016 fand der erste Regionalkongress in Frankfurt am Main statt, gemeinsam mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI).

  • Am 02. Dezember 2016 luden wir alle interessierten NDO-Vertreter*innen aus Niedersachen nach Hannover ein.
  • Im kommenden März 2017 werden die NDO nach Bochum kommen! Weitere Informationen folgen in Kürze.

 

Wir freuen uns sehr, euch dort zu treffen!


Kontakt:
Julia Mi-ri Lehmann: lehmannneue-deutsche-organisationen.de
Zuher Jazmati: jazmatineue-deutsche-organisationen.de